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Der Weg ist das Ziel - Bon Camino.

Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen wie durch ein Wunder.

Seid Hüter der Schöpfung und der Umwelt. (Papst Franziskus)

 

Der Start meines Abenteuers "Mosel-Camino" war am 22.04.2014 um 10:00 Uhr in Brey. Die ca. 180 km von Koblenz-Stolzenfels nach Trier waren in 8 Tagesetappen eingeteilt. Das Ziel die" Basilika Abtei St. Matthias "im Süden von Trier erreichte ich am 28.04 2014 um 20:00 Uhr.

Vorab möchte ich mich bei allen Menschen bedanken, die mir unterwegs begegnet sind und mir durch freundliche Gespräche und Austausch weitergeholfen haben. In besonderer Erinnerung geblieben sind mir das junge Paar aus Aachen, die Novizin aus Bayern die im Kloster Engelport Urlaub machte und der ältere Herr aus Bad Mergentheim.

 

1. Etappe: 22.04.2014 Koblenz-Stolzenfels-Alken ca. 23 km

Gut gelaunt und bestens gerüstet startete ich von meinem Zuhause in Brey. Im Pfarramt Rhens holte ich mir den Startstempel meines Pilgerausweises. An der B9 entlang ging es weiter zum eigentlichen Start des Mosel-Caminos nach Koblenz-Stolzenfels und von dort bis nach Alken. Leider hatten die Anlaufstellen für den nächsten Pilgerstempel das Bürgerbüro, die Kirche und das Schloss geschlossen, so dass ich im Ort weiter nach Hilfe suchen musste. Dort traf ich, zufälligerweise, die Küsterin der Gemeinde, die mir in der Kirche dann meinen Ausweis abstempelte. Sie zeigte mir noch die Kirche mit dem Schutzpatron Sankt Menas. Nun ging ich weiter hinauf in den Koblenzer Stadtwald, vorbei am Merkur Tempel, Waldesch, Hünenfeld, Naßheck, Bleidenberg und hinab nach Alken. In Alken, traf ich per Zufall, meinen ehemaligen Kollegen Martin Spitzley. Er besorgte mir ein Zimmer bei seinen Schwiegereltern im Weingut Brachtendorf. Vielen Dank nochmal.

2. Etappe: 23.04.2014 Alken-Treis-Karden ca.19 km

Strahlend blauer Himmel erwartete mich am nächsten Morgen. Es ging los über die Moselbrücke nach Löf und weiter nach Hatzenport, alles recht flach an der Bahnstrecke entlang. Aber dann am Ortsausgang kam der steile Anstieg nach Lasserg. Hier traf ich zwei Paare aus dem Hunsrück die von Trier aus auf dem Moselsteig unterwegs waren. Wir zeigten uns gegenseitig den richtigen Weg. Glück gehabt! Nun ging es wieder hinab zur Burg Eltz und von dort steil bergauf zur Schutzhütte Kompeskopf. Dort begegnete mir ein Ehepaar mit zwei Kindern, sie waren am Ostermontag gestartet und wollten auf dem Klickerterhof im Heu übernachten. Sicher ein großer Spaß für die Kinder. Auf einem schmalem Pfad ging es wiederum hinunter nach Treis-Karden.

3.Etappe: 24.04.2014 Treis-Karden-Bullay ca. 29 km

Heute lagen drei lange und sehr anstrengende Anstiege vor mir die es zu bewältigen galt. Unterwegs erlebte ich mein keines persönliches Wunder. Und so geschah es. Meine Wasserreserven waren aufgebraucht, weit und breit gab es keine Quelle, keinen Brunnen oder einen Bach. Mein Durst war riesig, und ich hatte noch etwa 6 km bis zum Ziel. In einem Waldstück traute ich meinen Augen nicht, sollte ich das glauben? Tatsächlich, am Wegesrand stand ein "KOBLENZER Stubbi", orginal verkront und haltbar bis 9/2014. Versteckte Kamera? Ich bückte mich und hob die Flasche auf..... den Rest könnt Ihr Euch denken. Aber ich habe mich selbstverständlich ganz oben herzlichst bedankt.

4. Etappe: 25.04.2014 Bullay-Traben-Trabach ca. 23 km

Auf der heutigen Etappe bin ich kurz hinter Enkirch in ein heftiges Gewitter geraten. Ich hatte zwar in einer Schutzhütte Zuflucht gefunden, aber da es bereits sehr spät war, und ich noch kein Zimmer hatte, musste ich weitergehen. Naß bis auf die Haut kam ich an der Pilgerherberge "Alte Lateinschule" an, in der Hoffnung auf ein Bett und eine heiße Dusche. Ich klingelte, und die freundliche Herbergsmutter Frau Böcking hatte zu meiner Freude noch alle 12 Betten frei, und ich konnte mir sogar das Schönste aussuchen. Wieder Glück gehabt, denn einen Tag später wäre sie ausgebucht gewesen. Hier sollte jeder Pilger oder Wanderer einmal übernachten, es ist sehr gemütlich und so richtig urig.

5. Etappe: 26.04.2014 Taben-Trabach-Monzel ca. 24 km

Wie an den Tagen zuvor ging es am Vormittag erst mal wieder bergauf. Vorbei an den Graacher Schanzen und wieder hinab nach Bernkastel. Über die Moselbrücke führte eine flache Strecke an der Mosel entlang in Richtung Lieser. Danach ging es auf einer Serpentinenstrecke hoch hinauf in die Weinberge. Dort wurde ich mit einer schönen Aussicht auf die Mosel und den Ort Kesten für die Anstrengung entschädigt. In Monzel fand ich ein gemütliches Privatzimmer bei einer älteren Dame. Im Gespräch erzählte sie mir von ihrer Freundin die in Boppard das Lokal  "Schoppenstecher" betreibt, ach, wie klein ist doch die Welt!

6. Etappe: 27.04.2014 Monzel-Klüsserath ca. 17 km

Der Tag begann mit einem steilen Anstieg. Vorbei an der Schutzhütte Minheim und wieder bergab zum Wallfahrtsort Klausen. Leider konnte ich die Kirche nicht besichtigen, denn dort wurde gerade 1. Hl. Kommunion gefeiert. Heute schmerzten mir Schultern, Schienbeine und Füße sehr, aber ich hatte ja mein Ziel schon erreicht. Einige Probleme bereitete mir die Suche nach einer Unterkunft, denn im Ort Klüsserath war Maimarkt  und alle Gastwirte wollten wohl auch mal feiern. Ich kam zum Weingut Rudemsmännchen. Dort hat mir das Winzerpaar Pia und Dieter Briesch helfen können, sie haben mir nach mehreren Telefonaten eine Unterkunft für die Nacht besorgt. Dieses Weinlokal kann ich wärmstens zum Essen empfehlen, ich habe besonders leckere Bratkartoffeln und ein Schieferschnitzel mit frischen Champignons und knackigem, frischen Salat gegessen und dazu ein schönes Glas Kerner Weisswein getrunken.

7. Etappe: 28.04.2014 Klüsserat-Schweich ca. 19 km + 8.Etappe: Schweich-Tier ca. 24 km

Der vorletzte Tag war angebrochen, es ging von Klüsserath nach Schweich. Um 7:30 Uhr gab es schon Frühstück, da meine Gastgeber vom Weingut Fuchs in aller Frühe in den Weinberg mussten um neue Rebstöcke zu setzen. Es begann wieder mit einem steilen Anstieg. In den Weinbergen hatte ich eine Abzweigung verfehlt und fand keine Markierung mehr, ein Winzer zeigte mir wie ich wieder auf den richtigen Weg kam. In der Ferne sah ich das junge Paar aus Aachen und wir winkten uns zu. Am frühen Mittag hatte ich das Tagesziel Schweich schon erreicht. Nachdem ich mir den Stempel für meinen Pilgerausweis abgeholt hatte, gönnte ich mir einen Kaffee und entschloss mich in in Richtung Trier weiterzugehen. Ich wollte wissen wie weit ich es noch schaffen kann. Um 16:00 Uhr erreichte ich Trier-Quint, dann musste ich über eine steile Treppe hinunter nach Tier-Ehrang. Hier im Ort gab es nur ein Hotel, da es mir zu teuer war, marschierte ich nochmal vier Kilometer auf dem Moselradweg  weiter bis nach Trier. Aus einem vorbeifahrenden Boot winkten mir freundliche Menschen zu, ob sie wohl ahnten, dass ich meinem Ziel nahe war? Vorbei am "Alten Krahnen", und dann war es soweit, ich konnte sie sehen, die "Basilika Abtei Sankt Matthias". Das war ein gutes Gefühl. Es war kurz vor 20:00 Uhr, ich warf noch schnell einen Blick hinein, aber ich wurde von einem Pater höflich und freundlich gebeten am nächsten Morgen wiederzukommen, da jetzt geschlossen werde. Alles schmerzte, ich wollte nur noch den Rucksack loswerden, heiß duschen, etwas essen und ab ins Bett. Noch 3 km waren es bis in die City und zum Nachtquartier "Kolpinghaus". Leider sah ich vom Bus nur noch die Rücklichter, also was soll's, die 3 km wollte ich dann auch noch schaffen!

Trier mein letzter Tag: 29.04.2014

Der letzte Tag meines Abenteuers hatte begonnen. Nach einem guten Frühstück im Kolpinghaus fuhr ich mit dem Bus zur Basilika, denn erst jetzt merkte ich, dass mir jeder Schritt sehr schwer fiel. Ein junger Mann war so freundlich ein Foto von mir zu machen, danach holte ich mir meinen Stempel. Jetzt hatte ich Zeit mir in aller Ruhe die Basilika anzusehen und einige Opferkerzen aufzustellen. Hier befindet sich auch das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen. Wiederum traf ich jemanden mit dem ich ins Gespräch kam, es war ein älterer Herr, etwa Ende siebzig aus Bad Mergentheim. Er erzählte mir, dass er durch den Verlust seiner Frau mit dem Pilgern begonnen hatte, und er schon einige Pilgertouren in ganz Europa unternommen hat. Interessiert und aufmerksam hörte ich seinen Erzählungen zu, wir verabschiedeten uns in der Hoffnung, vielleicht begegnet man sich mal wieder. Zurück auf dem Weg zum Bus ging eine junge Frau an mir vorbei, plötzlich hörte ich wie jemand rief: "Bon Camino". Ich drehte mich um, und sah die Jakobsmuschel an ihrem Rucksack, "Bon Camino" rief ich zurück. Mit dem Bus fuhr ich zur Porta Nigra, machte noch ein Erinnerungsfoto, trank einen guten Kaffee und schrieb einige Postkarten an meine Lieben. Dann bestieg ich meinen Zug der mich wieder in die Heimat, nach Brey, zurückbrachte.

Es war eine erlebnisreiche und sehr schöne Woche die ich nicht missen möchte. Je länger ich unterwegs war um so freier wurde mein Blick. Ich habe viele Dinge gesehen, an denen ich vielleicht achtlos vorbeigegangen wäre. Beeindruckt haben mich die Hilfsbereitschaft der Menschen in den Orten in denen ich Unterkunft benötigte, die zufälligen Begegnungen, und letztendlich die Pilger, da spürte ich, wir sind in einer gemeinsamen Sache unterwegs.

Im Spätsommer möchte ich mich weiter auf den Weg begeben, dann die Strecke von Trier nach Metz und weiter in Richtung Vézelay pilgern. Zur Vorbereitung werde ich in Tagesetappen auf dem Linksrheinischen Jakobsweg, von Rhens nach Bingen unterwegs sein.

Mein Ziel habe ich auch schon vor Augen, im Jahr 2019 möchte ich Santiago de Compostela erreichen.

Sehr hilfreich war mir das Outdoor-Handbuch vom Conrad Stein Verlag: Mosel-Camino von Karl-Heinz Jung zum Preis von 9,90€, kann ich wirklich nur jedem der sich auf den Weg macht empfehlen.



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